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3 Tage vor Abfahrt

Chaos in der Küche…gestern habe ich meine Packliste erstellt…es fehlt noch reichlich….

Fahrt von Köln, den Rhein rauf bis Schaffhausen

Tag Sieben. Der 8. August. Breisach erreicht.

Wenn ich sage dass ich nach einer Woche so circa 430 km gefahren bin dann klingt das nicht so viel. Glaube ich. Es waren Etappen zwischen 97 km am ersten Tag dann 62,64, 87,98, mit nur 24 km bin ich dann bis nach (Kehl)  Straßburg gefahren und heute noch mal 85 bis nach Breisach.

Jeder Tag verläuft irgendwie anders. Gleich geblieben ist die Belastung durch die Hitze. Fast unmerklich saugt sie dich beständig über den Tag einfach aus.

Ich starte durch aus manchmal sehr früh um der Hitze zu entgehen, um bevor die Sonne die Starts der Strahlkraft hat ein Ziel erreicht zu haben.

Es ist ein Test. Nicht nur das Equipment, an dem ich noch feilen muss, auch um einen Rhythmus zu verstehen- Vorwärtskommen, etwas sehen, etwas erleben und auch noch Zeit für sich zu haben.

Es klingt vielleicht eigenartig wenn man alleine unterwegs ist möglichst oft das Telefon auslässt, kein Internet benutzt, wenn dann jemand sagt er möchte auch noch Zeit für sich haben.

Wenn man den Tag über fährt, circa 6 Stunden reine Fahrt Zeit hat, kommen Pausen, das Fotografieren vielleicht, dazu. Also 8-10 Stunden ist man durch aus unterwegs. Und dann beginnt die Arbeit. Essen besorgen Wasser besorgen, Schlafplatz suchen, Zelt aufbauen, das Lager herrichten, kochen oder Brote schmieren, egal das ganze macht man dann vollkommen ermüdet und platt.

Duschen, oder schwimmen gehen, dann duschen, und wenn es auch nur aus zwei 1,5 l Flasche mit Leitungswasser ist, nicht zu vergessen. Zur Zeit dusche ich nur noch kalt.

Die Strecke den Rhein rauf zu fahren, in ein paar Tagen, vielleicht zwei, erreiche ich Basel, ist so vielfältig, und ich denke auch vielleicht ein wenig unterschätzt. Wenn ich nur ein wenig mehr Zeit hätte, in mindestens einem Dutzend wunderbaren Orten, durch die Ich gekommen bin, ein wenig mehr zu verweilen, wäre es glatt ein Traum.

Gerade die Strecke zwischen Koblenz und Bingen haben es kulturhistorisch und landschaftlich in sich. Und dann kommen über teilweise und endlich lange Rheinauen, Naturschutzgebiete, Sümpfe, friedlichste Urwälder.

Auf manchen Abschnitten habe ich den Weg durch den Wald, über die Deiche, über die Schotterwege vorgezogen und genossen.

Doch so schön und so romantisch ruhig die Wege entlang und auf den Deichen, das gleichmäßige knirschen, und rauschen unter dem Reifen, nur unterbrochen durch die hellen spritzenden Töne der weg flitchenden kleinen Schottersteinchen, das brechende Geräusch, das knarzten trockner kleine Äste, auch sind, – dann öffnen sie sich , geben den Wind freie Bahn auf deine Brust.

Stunde um Stunde, so ging es heute, trittst du gegen den Rollwiederstand des losen Bodens und dem Gegenwind an.Die Sonne stieg und stieg und brannte wie die letzten Tage nach 1:00 Uhr unerbittlich auf die Knie und die Arme.

Mal wieder ausgelaugt und fertig. Möchte ich jetzt Breisach sehen müsste ich einen Tag dran hängen.

Man fragt sich so recht warum nicht? Eins ist sicher für meine Reise werde ich eine andere Geschwindigkeit einplanen, nach hinten heraus muss mehr Luft sein.

Doch jetzt gilt es herauszufinden ist es möglich für mich in den 20 Tagen 1500 km zu fahren. Ein kleines Bonbonchen wäre, ich lasse Wien weg und fahre von Passau über Linz in Österreich zum Erzberg, zum Erzberg GlobeTrotter Rodeo . Das ist eine Veranstaltung, von einem Kollegen, den ich sehr schätze, persönlich mag, den ich auch gerne unterstütze. Das wäre ein Ziel und das wäre ein Antrieb.

Wie ist es mir so ergangen:?

Das losfahren, noch gestärkt und hochmotiviert, wie gesagt am ersten Tag fast 100 km, nur begleitet durch die Hektik und die Unsicherheit habe ich alles, habe ich das richtige eingepackt, bin ich zu viel oder zu schlecht ausgerüstet. An dem zweiten und dritten Tag ein wenig Tribut zahlen müssen. Der Belastung und der Hitze.

Danach kam es tatsächlich, wie bisher auf allen Reisen,  als würde ich in ein Loch fallen. Unsicherheit, eine nicht zu definierende aufkommende Traurigkeit und an dem Tag als ich von Oppenheim losfuhr, in aller Herrgottsfrühe, empfand ich neben dieser Traurigkeit tatsächlich ein Moment der Einsamkeit.

Darauf hätte ich gerne verzichtet. Es kommt, es drängt oder zwängt sich auf, ist unerklärlich, und doch sicher aus dem Unterbewusstsein gesteuert. Ein stiller Schrei.

Langsam trat ich in die Pedale, nach dem bedächtigen einpacken und den nicht wirklich genossenem Frühstück, ohne Kaffee, ohne die aufgehende Sonne über dem Rhein in Ruhe genießen zu können.

Nach den ersten Dutzenden Kilometern löste sich dieser Stein im Magen blieb mit ein wenig Irritation und einem leicht faden Nachgeschmack zurück.

Seit dem löst sich von Stunde zu Stunde von Tag zu Tag und von Kilometer zu Kilometer dieser Klotz.

Ich hatte schon öfters diese Erfahrung gemacht, jedes Mal mit diesem unwohl sein und fragend: ich kann doch nichts daran ändern?. Begleitet diese Sehnsucht das Fernweh, Begleitet diese Sehnsucht die Suche, die Fragen die man sich auf solchen Reisen stellt? Ein zweites „Phänomen“ solcher ergiebigen, aufwändigen, zehrenden Reisen, eine Klausur, (Man kann mit gutem Gewissen sagen man quält sich, den Körper, fordert sich, seinen Geist, sein Durchhaltevermögen heraus.)

Ich mache das dann: ich hatte es mir vorgenommen: ich wollte zum Beispiel heute Breisach erreichen, und habe mich mit einem gleichmäßigen Tritt, immer gleichen Geschwindigkeit und Rhythmus wie in Trance, einer Mühle gleich, gegen den Wind gelehnt und nach vorne geschraubt.

Einfach weiter. Eine Einmann Galeere, Trommler, Ruderer, Kommandant, Peitschenschwinger und Wasserträger in einem.

Es gibt dann den Moment, beim fahren, bei dem die Geschwindigkeit egal ist, Hauptsache es geht voran. Mit vollbeladenem Rad, steile Rampen, auf Schotter hoch, glücklich mit 4-5 Stunden Stundenkilometer an oder durchzukommen.

Das sind nur wenige, schwer zu beschreiben the persönliche kleine Erfahrungen über Einblicke die ich euch da geben kann Und ich möchte auch nicht unerwähnt lassen wie viele Störche, Reiher riesige Karpfen, Bussarde Ich gesehen habe, und wie sehr es mich erfreut hat zwischen wunderschönen Landschaften, von Winzern, Bauern, Waldarbeitern gepflegte Wiesen, Auen, Felder, den Tieren , Ihr Zirpen, ihr muhen und blöcken, krähen, zwitschern vernehmen und lauschen zu dürfen.

Ach ja und es gibt ganz viele wilde alte Obstbäume, Apfelbäume, Pflaumen und Birnen. Und heimlich Name ich mir einen von diesen zart grünen nicht allzu großen Äpfeln frisch vom Baum. Wie bekannt ist bin ich im Grunde allergisch gegen Äpfel. Doch hat es mich gereizt. Er hatte eine vornehme zurückhaltende Süße, eine leichte Säure und dominierte durch sein starkes kräftiges festes Fleisch. Ein fester bis war von Nöten. Toll. Ein Apfel. Natürlich, ehrlich, sauber, Frisch, und für mich bekömmlich. Und anders als die geklonte Ware bei Rewe, Lidl, Aldi und Konsorten wurde eher in Sekunden schneller an jeder Stelle des frisch heraus gebrochenen Fruchtfleisches braun. Eine Oxidation in Sekundenschnelle. Ich danke für den Genuss.

Das Land hier den Rhein rauf ist eine Reise wert.

Ich brauche bald neue Sonnencreme, sehe sowieso schon aus wie ein kleines Streifenhörnchen. Betonung steht auf klein. Braune Arme und braune Knie. Wie gesagt in den nächsten Tagen werde ich was erreicht haben, noch einen Schwenk vielleicht Richtung Konstanz, und mich dann auf dem Weg Richtung Donaueschingen an die Donau machen. Ich bin sehr gespannt wie sich da die Landschaft zeigt und entwickelt. So jetzt habe ich ziemlich lange hier gesessen und gesprochen, in mein Telefon geschrieben und diktiert. Verzeiht bitte die Rechtschreibfehler,

In den Anhang lege ich euch noch ein paar Bilder, einen Link zu Komoot auf den ihr meine Tour verfolgen könnt, und dann verbleibe ich mit den besten Grüßen, ich muss noch kochen, brauche noch ein paar Kalorien (ne Kohlenhydrate)

Genießt jeden Tag,

https://www.komoot.de/tour/41691072?ref=itd