Ein Bruch – Von Gilgit zum Nanga Parbat View – nach Chilas- nach Manshera.

6.10.- 11.10. 2019-10-11

Von Gilgit zum Nanga Parbat View – nach Chilas- nach Manshera.

Bevor ich im Anschluss dann die letzten Tage – aus meiner Sicht, eine kleine Zusammenfassung, über die hygienischen Zustände, meiner in Mitleidenschaft gezogenen Gesundheit und meiner Einstellung zu  Reisen, ihr heute 33 Photos sehen könnt, unsortiert aber von den letzten Tagen,  erzähle  – ganz konkret- das hat alles  nichts mit meiner Entscheidung zu tun  – die gleich folgt.

(etwas musikalische Untermalung im Hintergrund gefällig?)

https://www.youtube.com/watch?v=LxM-HS4dZpc

lgth

Ich habe immer gerne meine Erfahrung und Überlegungen zu einer Reise, Rückreise, zu Reisegeschwindigkeit, meine Einstellung dazu, aus gelebtem, erlebtem, Wissen aus eigener langjähriger Erfahrung heraus, vermittelt. Empfehlungen gegeben.

Dazu gehört, eine Reise hat einen Hinweg, oder Wegfahrt und eine Rückreise oder Heimkehr.

Das variiert stark.

Wegfahren muss man sich aufraffen, loskommen, abnabeln, Abschied nehmen, Tränen unterdrücken und sich dem neuen, Fremden stellen. Ist spannend, aufregend, geht unter die Haut und ist mit etwas Aufwand auch verbunden.

Leider werden die meisten Reisen, (nicht die 14 Tage Trips!) ohne die wichtige Rückreise zu würdigen geplant.

Motorradfahrer (Beispiel) starten, reisen los, brechen auf, auch manche Fahrradfahrer, setzen sich ein Ziel, steuern darauf zu, die Mongolei, die chinesische Mauer, Singapur oder Vietnam, nehmen sich dann ein Flugzeug und rauschen ohne dass die Seele mit kommen, dieser Geschwindigkeit folgen kann, reißen sie aus ihrer Umgebung, rücksichtslos, kalt, ins kalte Deutschland…in 18 Stunden von 0 auf 100…in 18 Stunden aus einer eingelebten eingefühlten Atmosphäre…in eine völlig andere.

Da kommt keiner mit.

Das bat, empfahl ich immer zu verhindern.

Fahrt mit der gleichen Geschwindigkeit zurück wie ihr weg gefahren seit! Fliegt nach Ulan Bator und fahrt dann nach einer schönen Eingewöhnung nach Hause.

Nach Hause fahren, langsam mit Respekt, bewusst ist etwas unglaublich schönes!

Und was mache ich jetzt!

Ich begehe den Fehler, spüre schon die Unruhe, kann nicht langsam fahren, kann nach dem ich meinen Entschluss gefasst habe, mein Umfeld nicht mehr genießen sehen.

Werde unleidig, ungerecht, unobjektiv, ungeduldig.

Ich möchte euch heute mitteilen:

Ich fahre nach Hause. Nicht über Land. Nicht langsam.

Ich unterbreche meine Reise- breche sie in Islamabad ab.

Es schwelgt schon ein paar Tage in mir. Muss sein.

Auch wenn hier alles ok ist- Indien vor der Türe steht. Auch wenn eine Vorbereitungszeit von bald 2 Jahren investiert wurden, die Freude und die Spannung auf diese Reise sehr groß waren,.

Das will ich euch auch gerne erklären.

Es ist eine Herzensangelegenheit. Also mein Herz und Magen sagt mir, dass ich meine Reise- die ich immer (fast immer) wieder aufnehmen und fortführen kann, jetzt unterbrechen muss (möchte).

Das Erste ist – und das ist ihm bestimmt unangenehm- denn er möchte nicht das ich wegen ihm meine Reise unterbreche – aber ich fühle mich besser und mit Verlaub; ich bin dann seiner Hoffnung entsprechend, auf der sicheren Seite- tschuldigung.

„Er“ mein Freund, Kollege, Vorbild und väterlicher Freund schrieb mich an das er keine Lust und Kraft mehr hat seine (die sechste ?!) Chemotherapie fortzuführen- und sich freut wenn er meine Rückkehr noch lebend erlebt. Machen wir- und wenn ich früher komme habe ich auch noch genügend Zeit ihm im Alltag bei der einen oder anderen Sache zu unterstützen und gemeinsam was zu unternehmen.

Des weiteren komme ich dazu meinen 1 Jahre alten Enkel- und damit seine Eltern, zu unterstützen. Auch da freue ich mich drauf.

Zu guter letzt schließt meine Mutter ihren „Laden“ nach 47 Jahren wird er zum 30.11. zu gemacht- die Zeit ist dann um. Ich bin in dem Laden aufgewachsen- ich will ihn und ein paar seiner Stammgäste, vorher noch mal sehen. Dann ist der Teil auch Geschichte.

Das sind alles !!!Angelegenheiten die ich nicht aufschieben kann, die sich nicht aufschieben- nachholen lassen. Eine verpasste Gelegenheit läuft einem ein Leben lang nach.

Ich fahre jetzt gezielt auf Islamabad zu – schaue noch ein kurzes Mal links und rechts und nehme dann nen Flieger.

Ich kann nicht sagen, dass mir die Entscheidung schwer oder leicht gefallen ist- aber so möchte ich das jetzt – und dann muss es ja gut sein.

Details demnächst- wir könnten uns auf ein Kölsch treffen- obwohl ich einen guten Weißwein eher vermisse, und auf einen Happen.

(und das habe ich noch nicht festmachen können auf was ich brass habe? Eis vom Italiener auf der Goltsteinstrasse, Fischsuppe und oder das Entrecoté beim Franzosen)

https://www.youtube.com/watch?v=7wlYIdhqCPk

und die letzten Tage

Ich saß gestern, als ich meinen Entschluss dem engsten Familienkreis und Freundeskreis eröffnete in einem neuen Hotel in Shilas. Ein modern denkender, wirkender Pakistani baut es gerade auf. Das zukünftige Restaurant ist noch eine Baustelle, die Küche, aufgerüstet, dargestellt mit einer verhältnismäßig großen Speisekarte. Gegessen wird auf Balkon-Sesseln, an einem zu hohem Gartentisch, provisorisch auf einem kleinen Grünstreifen zwischen den Zimmern, erste Ansammlungen von Müll zusehen. Der Koch, Gärtner und ein junger Bediensteter setzen sich nah zu mir, schauten mir über die Schulter und lasen meine Nachrichten und was ich schrieb.

Im Prinzip setzt man bei einem Neustart auf diverse Überlegungen wie Service und Reinlichkeit doch Hoffnung.

Vielleicht stören sich die Gäste aus Pakistan, Indonesien, Malaysia nicht daran, muss ja gut sein – wurde von anderen auch benutzt – entschuldigt die böse Spitze – aber es scheint, die schlechten Zustände, die katastrophalen Zustände, der Schmutz, die Unordnung, der Müll den Bediensteten und den Besitzern nicht zu stören.

Die Straßen-Restaurant bieten „Trink“-Wasser an – ein Becher steht auf dem Tisch, wird von vorbei gehenden Schülern, Arbeitern und von den Gästen am Tisch gemeinsam, abwechselnd genutzt.

Genutzte, gebrauchte Wasserflasche werden mit „Quellwasser“ oder was auch immer wieder aufgefüllt und als neu verkauft.

In dem neuen Hotel, nicht gerade das billigste war die Seife zur Hälfte genutzt, die Verpackung zerknüllt daneben,  die Bettlaken genutzt, sahen aber noch recht gut aus, Laken gab es keins, dafür synthetische dicke Decken,  Mülleimer voll, Toilette  und Bad schmutzig.

Warum lasse ich mich darüber aus…?

(China war schlimmer – das nebenbei) Gerade der Teil Chinas zeigte sich da vollkommen unbeirrt – sah es als normal an – tat es ja noch irgendwie.

Einiges muss man nehmen wie es ist. Sonst kann man mancher Orts nicht reisen.

Dreckige Klos muss man mit aller Vorsicht benutzten, eigene Schlappen mit sich führen

Handtücher und Laken kann man sich neue erbeten, eigene Inlays, Baumwolle oder seide wiegen nicht viel, selber mitbringen. Damit muss man auf Reisen zurecht kommen.

Ich habe normalerweise einen Pferdemagen. Gewöhne mich schnell an die landestypische Bakterien Kultur und probiere fast jede Speise.

Bei Wasser, Leitungswasser, nassen Tassen und Tellern bin ich etwas vorsichtiger.

Die letzten Tage waren trotz der Sympathie zu einem Wirt, in Gilgit, aber recht hart.

6-7.10.2019 Gilgit

Die ersten Nacht wurde ich in Gilgit von undefinierten Ungeziefer zerstochen- es musste etwas kriechendes, krabbelndes gewesen sein- es juckte stark und die Male scheinen Tage zu brauchen sich zu beruhigen.

Er zeigte seine Souveränität, auch seine Vermutung wurde offenbar, der Wirt gab mir einen Kaffee aus,  lies das Zimmer aussagen und aus gasen.. die nächste Nacht schlief ich ohne neue Angriffe.

Mit wieder neu gefasstem Vertrauen zur Hygiene, gerade in einem Hostel welches sich auf Ausländer spezialisiert hat, bestellte ich zum Abendessen, mutig, ich mag Tomaten, wenn sie schmecken, zum zweiten Mal Salat.

Das erste Mal, Tags zuvor war einwandfrei- das zweite Mal brachte es mich fast um. (Ich hätte besser auf meinen Drang, Wunsch noch mal einen Salat zu bekommen verzichtet, es ist eine sehr Fleisch lastige Gegend, auch damit muss man Zurecht kommen)

Der Magen krampfte wie bei einer Kolik, dann ein Brennen im Unterbauch, dann schoss auf der Toilette unten rum schon alles raus, gefolgt von Erbrechen.

Das ging ein paar Stunden so bis nur noch Wasser kam.

In der Regel reicht es mir, in dem Fall zwei Tabletten nehmen und darauf folgend mindestens 24 Stunden nichts zu essen.

8.10.2019 Gilgit

Von Gilgit – 65 Km – zum Nanga Parbat View

Mit einem leichten Frühstück nach bald 1,5 Tagen, verlies ich Gilgit und machte mich auf meinen Weg.  Stark fühlte ich mich nicht, aber es ging.

Festhalten muss man, dass nicht der Hostel Besitzer schmutzig oder fahrlässig ist, ich sah sein Bestreben den Laden gut zu führen, sah ihn aber auch bei aller Geduld zu seinen Leuten verzweifeln.

65 Kilometern wie geplant habe ich geschafft.

Liege in einem kleinen Hotel in Telichi, vor dem Nanga Parbat view, kann von dem Berg nichts sehen, der Wirt hat um 21:30 Uhr den Strom ausgestellt, ist klar was will man denn auch damit, mein Magen grummelt, ich gehe halbstündig aufs Klo, scheisse wieder Wasser und werde auf den frisch aussehenden Bettlaken scheinbar wieder gebissen.

Gute Nacht

9.10.2019

Von Nanga Parbat View nach Chilas 67 km

 Irgendwann kam ein guter Schlaf und sanfte Träume.

Der Magen grummelte noch leicht, der Weg zur Toilette bestätigte, dass es nicht ausgestanden sondern dass ich mein Problem nur verschleppe.

Fahrradfahren bedingt, verlangt das ich etwas essen muss- sonst stehe ich die vier Stunden treten nicht durch. Es ist ein Bonbonspiel (wo kommt das Wort her ? Und wie wird es geschrieben?) Essen fördert die noch nicht erkannten, akzeptierten Bakterienstämme…der mit Durchfall quittiert wird.

Es fiel mir nicht leicht bis nach Chilas zu kommen, es war warm, ich war hungrig, war durstig nach Süßem, merkte dass die Muskeln Nahrung suchten.

Vor Chilas an der Weggabelung, der Karakorum High way biegt ab, macht einen großen Bogen, der Weg ist weiter, ist nicht mehr so gut ausgebaut wie der steilere, sehr bergige aber kürzere Weg direkt gerade aus.

Ein Soldat, Beamter, oder Polizist in Zivil forderte mich auf diesen kürzeren, steileren Weg zu nehmen, der andere wäre eine Zumutung, zu weit, zu schlecht.

Er würde mir einen Wagen besorgen der mich über den Pass bringen würde.

Ich bat, dass ich meine Entscheidung auf den kommenden Tag zu verschieben möchte.

10.10.2019

Chilas nach Manshera

Hier kommt nun alles zusammen, was oben schriftstellerisch nicht zusammen gehören scheint.

In dem neuen, skurrilen Hotel in Chilas, mit den gebrauchten, benutzten Zimmern und Betten wurde mir deutlich bewusst, die aufkommende, plötzliche Not, die UNFÄHIGKEIT langsam weiter zufahren, plötzlich schnell zu werden, viele Schönheiten nicht mehr zu sehen, keine Geduld mehr zu haben, klar.

Ich akzeptierte und bat den Polizisten mir einen Wagen über den Berg bis nach Manshera zu besorgen.

Der gefasste Entschluss nach Hause zu fahren, drängt mich nun scheinbar förmlich vorwärts. 4 Städte habe ich schon auf diesen Weg jetzt ausgelassen, verpasst, aber ich vermisse nichts.

Ein Hühner“Taxi“ wird angehalten und genötigt, gezwungen mich bis nach Manshera zu bringen, sei für mich, meine Sicherheit und mein Gepäck verantwortlich.

So geht Amtsgewalt. Der gute Herr sagte auch das „Force seine Demokratie sei…und die Fahrer ihn sonst nicht verstehen würden. Ich erschrak, sagte ihm meine Missbilligung, entschuldigte mich bei dem Fahrer, für die Umstände die ich ihnen machen würde, der Fahrer nickte verständnislos nach draußen, verständnisvoll zu mir, zwängte mich als dritten dann vorne in den kleinen Pickup und los ging die lustige Tour.

Die Gegend soll sicher sein.

Musste sicher sein, denn es gab einige Posten, überall Maschinengewehre mit freundlichen winkenden entspannten Soldaten.

Das Militär ist nicht bedrohlich eher freundlich entgegen kommend, hilfsbereit,

voll bewaffnet, einzelne mit Kalaschnikovs, Wachen mit Maschinengewehre, Jeap s mit großen fest montierten riesen Kalibern.

10 Stunden war ich jetzt mit den Hühnertransportern unterwegs. Sie luden mich zum Essen ein, kauften mal was zu trinken, ein paar Chips und suchten in spät, wir sind im dunkeln in Manshera angekommen, in einem unglaublichen Gewühl, einem Chaos auf den Straßen, hektischen umher rennenden, geschäftigen Menschenmassen, hupenden drängenden Vehikeln ein Hotel für mich.

Mein Hinweise auf eines in meiner navigation app wurde übergangen.

Mitten im Zentrum, dichtestes Gedränge, hielten wir an einem Polizeiposten und fragten nach einem für einen Ausländer angebrachten Platz zum übernachten.

Der Polizist kam etwas irritiert auf mich zu, sah sich um, und fragte, um meine Sicherheit besorgt, wo meine bewaffneten Guards seien?

Nun, ich habe keine, hatte keine, hat mir keiner gesagt, und hat mir auch niemand empfohlen. Will auch keine.

Kopfschütteln beiderseits. Was soll ich nun damit anfangen?!

Ich hatte noch mein Hühnertaxi, die Jungs, echt klasse und unermüdlich, bugsierten mich noch mal bald 5 Kilometer durch die verstopften Straßen zum Karakuram Hotel. Ein Nobel-Schuppen. Das hatte ich auf meiner ganzen Reise noch nicht. Alles ganz fein. Ehrfürchtig ging ich vor und erkundigte mich ob sie mich überhaupt aufnehmen, ein Zimmer hätten, und ob ich es mir leisten könnte?!

Selbstverständlich.

Nicht teuer, günstiger als manch ein Schuppen unterwegs, der überteuert die Touris abneppte, tolle Zimmer, sauber, und Badezimmer mit allen Schnickschnack.

Ich war müde, glücklich und zufrieden. Eine heisse Dusche mit richtigem Wasserstrahl, Ein Restaurant a- ach lasst es mich kurz machen – ich bleibe gerne 2 Nächte und nutze den Tag zum schreiben… heute

Habt ihr irgendwelche Fragen?

verbleibe mit  Tash Sultana “Jungle”

https://www.youtube.com/watch?v=joq114XAPM8

den besten Grüßen aus Manshera, Pakistan t

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