Category Archives: Briefe an…Gedanken von unterwegs

Antwort 2 auf Herrn Unbekannt

Lieber:

ja vielleicht gehören meine Ausführungen zu Deinem Brief nicht ins Tagebuch.
Doch würde ich – ohne diese Reise – ohne diese Reisen nicht diese Erfahrungen machen – und vielleicht gehören sie deshalb doch ins Tagebuch.

Antwort an meinen anonymen Schreiber Teil zwei:
So was kommt dann dabei raus, wenn man Zeit zum nachdenken hat und Muse zum schreiben.

Dein Brief ist gut, weil emotional, weil er viel aussagt, weil auch eine gewisse Wut heraus zu spüren ist. Das ist OK.
Ich kann dir vielleicht nicht in allen Punkten recht geben, aber er beschäftigt mich.
Ich bin über manche verquerte Frage froh.
Punkt welche Forderungen stelle ich an meine Familie.
Gute Frage; welche? Und sind sie gerechtfertigt?

Dazu möchte ich Dir , Unbekannter, sagen dass es auch auf die Sprache ankommt, wie man was formuliert, formuliert hat, seine Anliegen vorgetragen, gezeigt hat.
Es gibt mit einem sieben Möglichkeiten etwas auszudrücken und sieben Möglichkeiten den gleichen Satz zu verstehen.
Daher sollte die Wahl der Worte, gerade bei den Kurznachrichten, wohl überlegt sein.
Dazu kommt dass man mit dem was man mitteilen möchte auch die richtige Sprache verwenden sollte, aus dem „Ich“ Standpunkt kann man seine „Forderungen“ der Familie gegenüber, den Freunden gegenüber, dem Partner gegenüber anmelden.
Und wenn Du es nicht Forderungen sondern Bedürfnisse nennst und auf der Ich Ebene bleibst – kann man Dich auch verstehen. Ich möchte gerne reisen, ich möchte Dich gerne sehen, ich vermisse Dich, ich bin traurig, ich bin auf der Suche, ich möchte gerne alleine sein, ich möchte gerne mit Dir zusammen sein.
Dann kann man Dich verstehen

Ich möchte zu Ruhe kommen, ich möchte nicht verletzt werden, ich möchte wissen wer ich bin, was mich ausmacht und warum ich so bin wie ich bin.
Was weiss ich bisher?
Ich bin auf der Suche nach meinem Vater. Ich bin auf der Spurensuche.

Mein Vater ist schon lange tot musst Du wissen – ich war sehr jung als er starb.
Ich habe das Gefühl zu wenig Zeit mit ihm verbracht zu haben, zu wenig Nähe zu gelassen zu haben. Ich war bei meiner Mutter, ich war im Internat, ich war mit Freunden weg, ich war unterwegs, ich hatte mir zu wenig Zeit genommen.
Die Zeit, die ich im Internat verbracht hatte, alleine ohne Familie, erinnert mich oft ans Reisen, an das alleine reisen, an das alleine sein, ans selber schaffen müssen, an sich dem Alleinsein stellen, ohne Familie, ohne Partner zusein.

Ich stelle keine Forderungen an meine Familie, ich bitte sie mich zu verstehen.
Ich habe gerne, hätte gerne, eine Familie, ich wollte immer gerne eine Familie haben, Kinder.
Allerdings habe ich es nicht geschafft. Unvermögen. Zuerst war ich wahrscheinlich zu jung, hatte die zu wenig Verständnis zu den Bedürfnissen der Familie, ich konnte sie nicht hören, sehen, was sie mir vielleicht gesagt hatten, welche Ansprüche sie gestellt haben. Ich habe es nicht gehört, nicht verstanden. Dann lief ich einem Traum nach, eine süße Wolke, eine neue Familie wurde mir versprochen, ich glaubte dran, warf alle meine Hoffnung hinein, habe auf meinen Magen nicht gehört, das wehklagen meines Herzen ignoriert und bin in dem Schmerz, der Trauer bald umgekommen.

Unvermögen. Ich vermochte nicht zu hören, zu verstehen, zu sprechen. Ich war zu.
Mit vierzig kam die Erste die diese Türe aufschloss, die mich sehen lies, sprechen und hören. Die den Schlüssel hatte, für das ich unendlich dankbar bin. Durch diese Türe habe gehen können und erfahren was auf der anderen Seite, was auf einer anderen Ebene ist.
Man denkt, ich dachte, ich hätte vorher alles verstanden, gewusst, gekonnt. Ich konnte vorher gar nichts.

Es gibt Menschen die Dein Herz berühren.
Und manchen geht es genauso wie Dir, wie mir. Das kann befruchtend, unterstützend, das kann aber auch sehr schwer, sehr anstrengend sein.

Deswegen ist eine deutliche, Sprache wichtig. Und richtig.

Sprache verstehen, verstehen lernen.
Manch etwas was man manchmal auf der Straße erlebt, was Menschen einem vorwerfen, was Fremde von einem verlangen, betrifft Dich, einen, meist gar nicht. Es sind ihre Probleme, ihr Stress, es sind ihre Sorgen, ihr Unvermögen, dass sie gerne auf Dich abwälzen wollen.

Deswegen höre auf die Ich Sätze

Kurzer Eintrag – für den heimlichen Mitleser und Kommentator

schon Klasse wer das jetzt liest. Ja Du. Dich meine ich. Ich möchte Dir sagen was ich von Dir halte.

Du hast mich bei Facebook entfreundet, aber liest und kommentierst meine offene Seite.
Du hast mich enttäuscht, wieder, aber es war klar. Du bist egoistisch, bequem, nur auf deinen Vorteil bedacht, oberflächlich, eingenommen und hast vom tuten und blasen keine Ahnung.
geht man so – miteinander um ?

Ich hätte es geschätzt, erwartet, dass man sich mit mir, mit meinen Aussagen, mit meinen Gedanken und insbesondere mit dem Inhalt meiner Aussagen auseinandersetzt – bevor man die Leinen einfach, klamm und heimlich kappt.
Hätte ich das nach all den Jahren der Bekanntschaft nicht erwarten können?
Es geht aber nur um Dich in Deinem Leben, nehmen, annehmen und den eigenen Arsch in die Sonne halten.

Du musst nicht meiner Meinung sein, meine Einstellung vertreten aber respektieren.
Du hättest mit mir, wenn Du abweichender Meinung bist diskutieren können, wir hätten lernen können, beide.
Aber da scheitert es an Einsatz, an Interesse und es macht Mühe.
Respekt ist das was hier fehlt. Dazu gehört Toleranz.
Freiheit und die freie Meinungsäusserung. Die unterbindest Du.
Also bleib zu Hause und bleib leise.

Hey Perle

Hey Perle,
wie weit wirst Du mich begleiten? Wieviel willst Du erfahren? Denkst Du darüber nach, noch nach ob Du etwas über Gedanken erfahren willst?
Würde es immer noch weh tun, dass Du weiterhin nichts zulassen wolltest? Es wäre schade, denn ich würde gerne meine Erfahrungen dieser neuen Reise mit Dir teilen.

Hätten wir nicht besser früher alles einmal aufräumen und klären können? und jedem Verständnis, Respekt und seinen Segen? Habe ich das nicht schon so oft gefragt?
es fehlte einfach der Mut.
so viele unbeantwortete Fragen…und keine Antwort.

Hey Perle,
hast Du den richtigen Weg gefunden?
Bekommst Du so alles was Du suchst? ist es echt? oder ist es auch wieder eine kleine Flucht?

Was machen die Hände die dich halten, die Gedanken die dich führen, die von Dir verlangen, erwarten und dich binden? Die Worte, Versprechungen, Drohungen?

Hey Perle,
es ist ein Kampf.
Es ist auch bei mir ein Kampf. Es dürfte nie ein Kampf sein. Kampf ist Unterdrückung.

Lass die Herzen doch leben. Liebe ist ein Geben ohne Anspruch.
Welchen Anspruch hast Du gestellt? so wie man immer mehr und immer weiter viele Ansprüche an Dich gestellte hat, stellt?
Es erdrückt.
Ansprüche erdrücken, ersticken. Man will den Ansprüchen gerecht werden, man beginnt für andere Ansprüche zu sein, da zu sein, Sein eigenes Sein erstickt, erlischt, man kann nicht mehr lieben – weil man nicht mehr selber ist.
Es war erdrückend, nicht genommen worden zusein, gelassen wie man ist, geliebt dafür zu sein. einfach nur da zusein.

Du bist weit weg. weit weit weg.
Vielleicht ist das dann auch ein Grund den Stein, wieder weit weit weg zu bringen..so weit wie nur zwei Herzen getrennt werden können? – sein können
Nein .
Der Stein wird dann wieder dort sein wo er war,
wo er herkam und dort alles weiterhin in sich bergen, für eine Geschichte stehen, für ein Leben, eine Liebe….für eine tolle Zeit.

te

ein neugieriger Junge, aufgeweckt, lebensfroh, spielend

ach was ..nee…liebe ….

Grüße Dich
liebe …

klar, klar ist mir doch klar dass Du meine Seite liest.
Aber Du antwortest mir nicht …sprichst nicht aus was Du denkst..und was Du dazu wirklich empfindest.
Ok…ist eigentlich auch nicht so wichtig..denn ich glaube es richtig zu empfinden.

Kannst Du verstehen, dass ich jetzt wieder reise?

So kompliziert ist doch gar nicht das Leben…haha wenn man mal über seinen Schatten gesprungen ist und zu seinem Ich sich bekennt.

Schade ist nur dass wir nicht wirklich oder ehrlich mit einander gesprochen haben. Nicht ausdrücken konnten was wir eigentlich wirklich wollten.

Trifft das zu?

Fatal ist es einer jeden Beziehung Forderungen zu Grunde zulegen…da leidet jede Freundschaft drunter.
Auch diese Freundschaft. Sie darbt.

Ich hätte mich so gerne mit Dir über die Zukunft und Vergangenheit unterhalten. Ich habe gelernt und lerne weiterhin die Vergangenheit zurückzulassen…aber ich erkenne die Geschichte und was gewesen ist auch an.
Es, Geschichte, Erfahrungen, erfahrene Gefühle prägen uns doch. Uns alle, immer einwenig oder nicht? Respekt der Geschichte. Trotzdem ist man irgendwann für sein Handeln selbst verantwortlich und man kann sich nicht immer mit allem alten Scheiss rechtfertigen.
Über seinen Schatten springen.
Auch das ist vielleicht eine Hürde die mit den Jahren wächst…und manchmal aber fällt – die man nehmen muss..um sich zu verstehen..und mit einander zureden.

Ich mache jetzt meine Reise…..verbleibe mit Grüßen th

https://www.facebook.com/watch/?v=682676578814355

Briefe an…

Briefe an, sind meine Gedanken, meine Träume, meine Phantasien. Gesprochene, wiederholte Worte, echte Briefe an wirkliche Menschen und in fiktiven Gespräche an Unbekannte. Nicht jeder Name stimmt, nicht jedes Datum…nur der Inhalt zählt. Das Tagebuch ist eine Seite, eine Seite der Reise und nur vielleicht die Erinnerung an einen Tag, eine Stadt oder ein Land. In den Briefen unterhalte ich mich mit Dir, Du kannst in meine, unserer Gefühlswelt stöbern, Eindruck gewinnen. Beteiligt oder unbeteiligt sein.

Niedergeschrieben, ausgedacht, was ich noch sagen wollte, was ich noch nicht gesagt habe, was ich nie gesagt hätte. – aber gedacht, erhofft, geglaubt gesagt zu haben.