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Vorbereitungen zur Reise Köln nach Mölln

28. Januar….2021
und jetzt sind es nur noch 8 Wochen bis zur Abfahrt. Ich bin aufgeregt. Genauso aufgeregt wie vor der Fahrt ins Unbekannte mit dem Motorrad..2011, 2014 und genauso aufgeregt wie die Wochen voller Ungewissheit mit dem Rad Richtung China.

Nein man gewöhnt sich nicht daran. Ich gewöhne mich nicht daran. Nichts ist Routine.

Es fehlt noch der Funkerschein..es fehlt noch so vieles..

die Reise der Skandia – von Mölln nach Köln – letzter Teil (15)

Skandia 15

Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Regentropfen, Nebel, Kormorane, Zelte an den Deichen… Chemie und Stahlindustrie, Dörfer. Felder und Schafherden – der Rhein.
Von 813- 688 km

Ich halte euch auf dem laufenden, erzähle und schreibe, teile euch meine Sicht mit.
Mit einem Mobiltelefon.
Ich schreibe, tippe meine Berichte auf dem kleinen Bildschirm, lese Nachrichten, schaue nach dem Wetter, nutze den Ortungsdienst.

Vor 14 Tagen sind wir gestartet, mutig ins Wasser gesprungen, von allen Widrigkeiten einfach keine Kenntnis genommen, ignoriert, es wird schon klappen, was sollte schon passieren?
Es wurde schon mal kalt, es gab einwenig Wasserknappheit, man hat sich schon mal angepflaumt, es war mal etwas bewegt auf dem Wasser und mal eng in einer Schleuse.

Jetzt, aktuell, wo ich das schreibe, sind es nur noch 38 Kilometern bis nach Köln.

Warum haben wir das Boot nicht in Mölln gelassen, trocken, stehen gelassen ?
Ist mir zum einen zu weit weg, ich möchte an der Skandia noch arbeiten, Elektrik verbessern, restaurieren, kleine Umbauarbeiten vornehmen, ein Bett verlängern, ein Bett verbreitern, Sitzecke komfortabler gestaltet und die Navigation, Plotter, Funkgerät besser studieren und besser kennen lernen.
Und das vor der Haustüre.

Die 14 Tage an Bord haben mir viel gebracht. Praxis, Kenntnisse, Übung, das Handling von Toilette, Heizung, Herd erfahren. Die Zeit verging im Fluge.

Nun ja.
Erste Erkenntnis- 10 Meter Länge bieten doch mehr Platz und Bequemlichkeit als erwartet.

Und dann habe ich die 14 Texte, Tagebuch, Einträge, das kleine Logbuch geschrieben.
Kontakt halten, den Freunden die wirklich interessiert sind, Mitteilung geben, Anteil haben lassen und auch selber das Erlebte reflektiert.

Heute beeile ich mich, denn ich weiß, dass wenn wir in Köln einmal sind, angelegt haben, die Wohnung betreten haben, der Alltag versucht uns wieder zu vereinnahmen, ich kaum Muße und Zeit haben werde zuschreiben und diese Reisegeschichte zu Ende zu erzählen.

„In diesen Block sollte wenig geantwortet werden es überlastet die Überlasteten“.

Das Handy ist ein Gräuel, eine zeitfressende Bestie, eine zerstörerische Maschine, es lockt Dich mit vermeintlichen Vorteilen und Nützlichkeit, aber dann,
es klaut Gedanken und Wünsche, verkauft deine Daten, dann wirst du belästigt, ausgenutzt und manipuliert.
Nein? Doch!

Ja ich lasse auch viel zu, glaube das eine App, ein Nachrichtenportal ein guter Gegenwert ist, einen guten Gegenwert hat, ich sehe bei Google wo ein Stau ist, er sagt mir welche der kürzere Weg ist, und die Algorithmen sagen mir auch was ich mag, lesen möchte, Cookies erinnern sich daran was ich gesehen habe, für was ich mich interessiert habe und bombardieren mich mit einer entsprechenden Werbung. Wie weit geht die Informationstechnik heute? Wie weit ist sie schon? Wie viele Daten haben Sie von uns schon? Und was machen Sie daraus?Ich sehe es als sehr kritisch, ja vielleicht sogar gefährlich an, begebe mich aus Bequemlichkeit, vielleicht ja, auch in die gleiche Abhängigkeit und Gefahr.
Wer viel Geld in Werbung gesteckt hat, der will etwas verkaufen, er will etwas erreichen, der will deine Gedanken, dein Interesse, Aufmerksamkeit auf das lenken was ihm behagt.
Das macht nicht nur Kellogg’s so, oder Nutella, da werden Zulieferer für das Schiff, plötzlich mehr erwähnt, und auch bei Facebook werden Gruppen, Gemeinschaften vorgeschlagen die mich, komischerweise, eigentlich weniger interessieren?!
Kein Zufall.
Und das fällt auf, wie sie lenken, sie dich ablenken. Leiten.

Da geht das Instrument Google hin. Es steuert nicht nur auf der Straße dein Auto, es lenkt auch deine Interessen, sagt dir was du lieber lesen sollst, und macht Artikel, politische Gruppen, andere politische Parteien, andere Meinungen schwerer auffindbar,.! Der Algorithmus wird nicht nur von einer Maschine bestimmt sondern hat Vorgaben.
Nein? Doch!

Wir verlassen uns zu sehr auf das was uns Google vorschlägt. Denken nicht mehr selbst.
Es gibt Bekannte die grundsätzlich mit dem Auto, nur mit dem Navigator fahren, die den Weg ohne überhaupt nicht mehr zurück finden, und jeder kennt die Geschichte von den Leuten die ins Hafenbecken gefahren sind weil der Navigator gesagt hat geradeaus geht die Straße. Sie verlassen sich auf den „Computer“ – denken nicht mehr selbst.
Da ist die Gefahr offensichtlich.

Nicht offensichtlich ist sie aber wenn in der Tagespresse, im Mainstream, in der Tagesschau von morgens bis abends immer nur eine Denkweise, eine Sichtweise propagiert.
Das ist gut, wäre gut, die ist richtig, und nur das sind wahren Demokraten, das der böse Diktator, der der Schlächter von Istanbul, …,
Einheitlich, vorgegeben, ohne das etwas hinterfragt werden soll , darf ( RKI Chef Wiehler bei einer Pressekonferenz )

Unsere Bequemlichkeit öffnet Ihnen die Türe zu deiner, unseren Privatsphäre(n).

Es, die „sozialen Medien und die Suchmaschinen“ nehmen dir das Denken ab, sie machen es Dir bequem, du bist ja in guter Gesellschaft suggerieren sie, wenn du dieser oder jener Meinung bist, machst du alles richtig!?

Sie nehmen Dir die Möglichkeit weg eine eigene Meinung zu bilden.
Nein? Doch!
Denn du bekommst fast nur noch einen gesiebten Einheitsbrei zu fressen.
Nein? Doch!

Aber egal!
Warum ich das hier erzähle?

Es gibt zu wenig Achtsamkeit, Sorgsamkeit, Vorsicht.
Für mich Zuwenig.

Es ist alles so schnelllebig… nein, wir haben, wir hätten die Zeit, wir müssen sie uns nur nehmen.
Doch in was investieren wir die, unsere Zeit?
Mit Freunden? In Gesprächen, in Gemeinschaften?
Zuwenig, kaum noch, leider.

Wann hat sich ein „Freund“ das letzte mal sich Zeit genommen, gemeinsam spazieren zugehen ?
Keine Zeit, zu mühselig, ander mal..
Seine Frau lässt ihn wahrscheinlich nicht (haha)

Bin ich besser? Mache ich es besser.
Nein wahrscheinlich nicht. Aber es fällt mir auf und es stört mich.

Handy, Computer, iPad, Computerspiele, Netflix, YouTube, Twitter und Facebook und noch ein paar duzend Zeit Klaumaschinen zerstören das soziale Leben, Vereine, Freundeskreise, vielleicht auch Familien, denn man muss Freundschaften pflegen…

Und jetzt werden Vereine geschlossen, Restaurants, Cafés, Begegnungsstätten, Treffpunkte, Zentren für Gemeinschaften.
Das soll aus Vernunft zz geschehen.
Mit der Straßenbahn, Bus, voll und übervoll, eng gestopft kann man zur Arbeit fahren, im Supermarkt packt jeder den Einkaufswagen, das Trennschild auf dem Kassenband, tausender Leute an-
aber man darf nicht mehr im Wald reiten, Golf spielen, flanieren, Eis essen…
komisch
Das soll aus Vernunft zz geschehen.?

Heute kommen wir nach Köln, nach Hause, der Stollen ist fertig gebacken, recht gut durchgezogen, Kaminholz kommt morgen, der Ofen wird gestocht , das wäre schön jetzt Freunde zu treffen, zusammen zu sitzen, Kaffee zu trinken und zu quatschen….,die Denunzianten spitzen die Ohren und Bleistifte…

Was willste machen?

Ach ja, die Skandia.
Zuverlässig, gut mütig, heimisch, Obhut gebend.

Paul das Schlitzohr, ist übrigens vorgestern an einem Stacheldraht hängen geblieben….

Und
Wir haben angelegt.
Wasserstand im Hafen 145 cm, die Skandia hat 135 cm

Wir haben immer (noch) eine Handbreit Wasser unter dem Kiel

Es war schön. Spannend, aufregend, lehrreich… und die Zeit verging wie im Flug

Ahoi

von Mölln nach Köln Skandia 14

Skandia 14

Ich hätte mich schon früher melden können, angelegt haben wir um 12:30 in Neuss, denn weiter fahren lohnte sich kaum, das wäre unser gestriges Tagesziel gewesen, an Düsseldorf waren wir heil vorbei gekommen und bis Köln sind es noch 50 Kilometern.
Das war heute nicht mehr, aber ist morgen ab 8:00 Uhr gut zu schaffen.

Warten wir es ab.
Warten wir ab was noch geschieht.
Nichts ist sicher, nichts ist wirklich berechenbar.

Endlich haben wir auch mal unseren Wassertank auffüllen können, dafür fanden wir aber auch direkt eine undichte Stelle in der Frischwasserleitung zum Waschbecken hin.
Tropf Tropf Topf voll.

Und mir fiel ein Bootsschlüssel ins Hafenbecken. Armer Tropf.
Tauchen? Das Wasser ist nur ca. 180 tief… aber etwas frisch .

Apropos frisch, man könnte sich mit dem zur Verfügung stehenden Wasser jetzt auch etwas ausführlicher waschen, aber die Nasen sind nicht mehr so empfindlich, wir lassen es, der Umwelt zu Liebe.

Keine Philosophie und Lebensweisheiten heute.
Aber etwas ist hier in Grimmlinghausen anders? Wieviele Einwohner hat das Dorf?
Das Dorf hat ca 14 Corps, Sänger, Jäger-, Schützen-, Feuerwehr-, Blasmusik – Hubertus Fanfaren- und Wasweissichcorp. Man beachte den Baum, beachtlich. Im Gleichtakt Marsch Marsch

von Mölln nach Köln 13

Skandia 13 Abbruch

Ja, was ist das jetzt eine Glückszahl, 13 oder steht uns da was im Weg. Abbruch oder Pause bei Rhein Kilometer 762, ich hatte schon für heute Abend mit dem Yachtclub in Neuss telefoniert, das wäre besser als in Düsseldorf gewesen und auch mit dem Hafen in Köln, morgens sind wir noch zügig weggekommen, haben pünktlich um kurz nach acht die Leinen eingeholt, Kanne Kaffee war gekocht, nichts stand uns im Wege, acht Knoten durchs Wasser, acht Kilometer die Stunde über Grund, der Neusser Sporthafen lag in erreichbarer Nähe. Kurz hinter Krefeld schloss sich der Himmel, der Horizont, die Wolken und der Regen dicht zusammen.
Eine Nebelwand versperrte uns Sicht und die Weiterfahrt.

Das war mir zu kriminelle.

Eine Bucht tat sich steuerbords auf, in der Karte war ein Jachthafen vermerkt, der Crefelder Yachtclub, ich breche ab, manövriere die Nauticat durch die schmale Einfahrt, wir meldeten uns telefonisch an, man nahm uns auf und lässt uns anlegen.

Abwarten und Tee trinken.
Über keine App konnte ich das Ausmaß, die Größe des Nebelfeldes bemessen. Würde es sich nach kurzer Zeit lichten, oder sogar noch weiter verdichten?

Es lies sich nicht bestimmen.
Also pausieren.
12:30 ich legte mich hin, bemerkte dass ich erschöpft, ausgelaugt war.
Konzentration, die Anspannung der letzen zwei Tage ermatteten, der Kopf forderte Erholung.

Jetzt werden wir halt einen Tag später ankommen. Ist gut.

Wenn jemand schon dachte wir würden langsam reisen, bedächtig und nehmen bei einer Geschwindigkeit von acht bis zehn Stunden Kilometer Land, Fluss und Leute bewusster wahr, so irrt er.
Die wenigen Stunden an Land, die paar Kilometer, oder duzende Meter die wir mit Paul spazierend verbringen schaffen wenig Kenntnis über das umliegende Land, wenig Einblick in die angrenzenden Ortschaften.
Dafür lassen wir es uns an Bord gut gehen.
Jens, der Alteigner, kam noch in den Genuss selber fermentierten und frisch gekochtem Sauerkraut, es gab auch schon Rinder Kraftbrühen aus eigener Produktion, Ochsenschwanz Gulasch, von Sylvie hervorragenden, per Bote überreichter, Kuchen und heute schnitten wir ein erstes mal den (2020er) gebackenen Stollen an.

Ach ja.

Das große diesjährige Stollenessen, für meine Freunde und Familie, Gäste aus 20 Haushalten, ungeimpft, ohne Maske, engkuschelnt und rumknutschend findet im Hause des Gesundheitsamtes direkt neben dem Ordnungsamt am 19.12 statt.
Ein Tag bevor der überlegte, sinnvolle Lockdown überflüssiger weise gelockert wird.

Und jetzt nach einem schönen kleinen Spaziergang am Rheinufer entlang zurück an Bord,
Tasse Tee und – ja richtig- Stück Kuchen

Bleibt tapfer, die rettende Impfung kommt ja,
( niemand will genmanipulierte Lebensmittel- aber nimmt gerne genmanipulierende Impfmittel an?!)

Ps Wie erholte sich eigentlich China ohne Impfung ?
Gedanken aus der Nussschale

von Mölln nach Köln 12

Skandia 12

Es gibt Tage da hat man nicht die Musse zum Fotografieren, keine Zeit sich Notizen zu machen. Das fängt spätestens dann an wenn man das erste Mal von der Rheinströmung erfasst wird.
( Mittagessen gab es auch keins)

Aber mal langsam.

Zeitig aufgestanden, Kaffee gekocht, mit Paul raus in die Kälte, die erste Schleuse und letzte Schleuse für uns ohne lange Wartezeit konnten wir sie passieren, sahen an der Uferbefestigung wie weit das Wasser zurückgegangen, gefallen war.
Und
Niedrigwasser hat der Rhein.

In den letzten zwei Tagen habe ich einiges über Pegel, Pegelstände, gleichwertige Wasserstände, Mindestwassertiefen, und Fahrwasser gelesen und studiert.

Denn ich hatte ganz gehörig Respekt.

Die Skandia hat einen Tiefgang von 1,35 m bis 1,40 m, und oberhalb von Duisburg bis Düsseldorf gibt es einen Pegelstand von 98 cm und jetzt kommt das Wunder, das passt trotzdem. Tatsächlich bedeutet Pegelstand nicht tatsächliche befahrbare Wassertiefe. Aber dazu ein andermal vielleicht mehr.

Die Spannung stieg, und die Spannung blieb, Anspannung, Konzentration, Aufmerksamkeit, und besonders viel Achtsamkeit. Der Rhein schoss uns zwischen drei bis viereinhalb Knoten entgegen, also gute 8 Stunden Kilometer, drückte, lies die Skandia schlingern und tanzen.
Frachter, Tanker, Schubschiffe schieben unser kleines Schiff mit ihrer Bugwelle zur Seite, unsere Augen auf den Tiefenmesser fixiert, nervös gegenlenken, Gas wegnehmen, Gas geben und Haltung bewahren.

Jetzt weiß ich was eine Nussschale ist. Ich glaube ich bin für jedes PS und für jeden Schub denn diese Nauticat bringt dankbar.
Ihr könnt euch kaum vorstellen wie es sich anfühlt wenn unter dir acht Tonnen sich wie auf einem Präsentierteller drehen.

Einige große Industriehäfen, und Anlagen, sie werden von Kohle-Frachtern, Stahlschiffen, Gastanker beliefert verschärften unsere Aufmerksamkeit.
Es war reichlich Verkehr heute.

Ich teilte, es blieb gar nichts anderes übrig, die restlichen Kilometer, den Heimweg bis nach Köln in drei Etappen, zwei Übernachtungen ein. Duisburg für heute, Düsseldorf für morgen und dann Köln.
Etwas schöneres Wetter, klare Sicht, vielleicht auch etwas wärmer das würde ich mir für morgen wünschen.

Aber alles in allem ist es gut gelaufen. Der kleine Hafen in Duisburg, ist unbesetzt, ein Steg war frei, wir finden etwas Wasser um unseren Tank zu reinigen, Paul kann raus, was will man mehr.

Morgen sind wir noch cooler…

( erste mal das Radio an..in Duisburg… es läuft ein Cha-Cha-Cha )

von Mölln nach Köln 11

Skandia 11
29 November 2020

Es ist 15:00 Uhr als wir heute an legten. Viel hätten wir wirklich nicht mehr geschafft.
2 Schleusen und ca 42 Kilometern.

Der Wesel Datteln Kanal, bei Kilometer vier, letzter Festmacher vor der letzten Schleuse, bevor es in den Rhein geht.
Nachdem wir uns jetzt an schon so manches gewöhnt haben, etwas sicherer uns fühlen, steht jetzt der Rhein mit der höheren Fließgeschwindigkeit an.

Wesel liegt bei Kilometer 813 und so wie es aussieht gibt es keine Haltemöglichkeit auf dem Rhein vor km 781, da müsste ein Yachtclub sein, ob er auf hat und wir dort festmachen können wissen wir erst morgen.

Heizung läuft, Bier ist an Bord, für Abendessen ist gesorgt, Paul kann von hier aus wunderbar an Land gehen, das Boot liegt sicher, ich mache mir nur Gedanken über die Fließgeschwindigkeit des Vater Rheins morgen.